Es gibt keine größere Liebe, als wenn einer sein Leben für seine Freunde hingibt.
(Johannes 15,13)
Liebe Freunde, Schwestern und Brüder, wir sind Freunde Christi, wenn wir tun, was er uns gebietet. So erklärt der weiterführende Text bei Johannes!
Aber gerade hier wird es schwer ihm zu folgen! Überall, so erscheint es mir, lauern Gefahren und stehen Fettnäpfchen bereit. Und ich erlebe, wie ich und andere von Ängsten beeinflusst und mit Fehlern bestückt uns nicht immer als gute Freunde erweisen!
Johannes stellt aber diese Worte in den großen Raum der Freiheit! „Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut.“
Gott hat sich den „Befreiten“ zu erkennen gegeben und
deshalb sind sie keine Sklaven mehr! Es ist eine Auszeichnung Gott zu kennen, es ist aber auch nicht immer einfach! So erlebe ich gerade in der Passionszeit, dass meinem Glauben zugesetzt wird. Es kommen Zweifel, und Finsternis überschattet Hoffnung. Sind der Tod Jesu und seine Auferstehung Wirklichkeiten oder sind es vage Thesen, die bereits widerlegt sind?
Vor geraumer Zeit wurden die Tagebücher von Mutter Theresa veröffentlicht. Diese Frau, ein leuchtendes Zeugnis gelebten Glaubens. Sie war wirklich eine Freundin Gottes. Selbstlos ging sie hin zu den ärmsten und elendesten Menschen. Wenn irgendjemand das tat, was Jesus gebot, dann diese kleine Frau! Sie entdeckte Gott sogar im Müll und half Menschen, die keine Hilfe mehr erwarteten!
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Diese so unscheinbare und kleine Frau erlebte 25 Jahre totale Glaubensnacht. Ihre Tagebücher offenbarten, dass Mutter Theresa in dieser Zeit nur Dunkelheit und Abwesenheit Gottes verspürte! Es ist nicht zu fassen, sie machte weiter!!! Sie arbeitete weiter, sie betete weiter und, was das Besondere ist, sie ließ sich von ihrem erschütterten Glauben nicht erschüttern und hoffte weiter!!!
Mutter Theresa freundete sich mit der Dunkelheit an und traute es Gott schließlich zu, ihr dort zu begegnen! In tiefer Verbundenheit mit Jesus und seiner Passion formulierte sie immer wieder ihre Sehnsucht nach Gott neu. Sie klammerte sich an die Sehnsucht nach Gott auch dort, wo sie seine Gegenwart nicht wahrnehmen konnte.
Zum ersten: ein Schatz dafür, dass gelebter Glaube nicht perfekt sein kann und muss.
Zum zweiten: ein Schatz dafür, dass gelebter Glaube auch lange Dunkelheiten aushalten kann und zum dritten: ein Schatz dafür, dass wir in einer Weite der Freiheit leben dürfen und gleichsam in der Obhut Gottes verbleiben.
„Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er´s euch gebe.“
So wünsche ich uns allen eine segensreiche Passionszeit! Möge die Dunkelheit unseren Glauben nicht erdrücken, sondern in ihr das Licht der Auferstehung Kraft gewinnen.
Pfarrer Gerry Wöhlmann
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